Lebenslauf
Der Namensgeber der Stiftung: Johann Amos Comenius (1592 - 1670)
Comenius war Prediger und später Bischof der böhmischen Brüdergemeinde und der Leiter ihres Schulwesens. Er war Lehrer und Erzieher, Schulbuchautor und Schulreformer, theologischer Gelehrter und politischer Berater, der im Laufe seines Lebens über 250 Schriften verfasste. Er entwarf darin auch "das erste wirklich umfassende System einer Pädagogik, die von den anthropologischen Prämissen bis in die Details der Ziel- und Inhaltsentscheidungen und der methodischen und organisatorischen Fragen eins aus dem anderen entwickelt" (Hans Scheueri).
Comenius war davon überzeugt, dass die Schule als eine "Werkstätte der Menschlichkeit", als officina hominum, nicht nur die besten Anlagen jedes einzelnen Menschen ausbilden müsse, sondern auch dazu beitragen könne, daß "in der Christenheit weniger Finsternis, Verwirrung und Streit, dafür mehr Licht, Ordnung und Ruhe" herrsche.
"Omnes omnia omnino" hieß seine radikale Forderung nach Chancengerechtigkeit, umfassender Allgemeinbildung und ganzheitlicher Bildung und Erziehung:
- omnes: alle Menschen, "Adlige und Nichtadlige, Reiche und Arme, Knaben und
Mädchen aus allen Städten, Flecken, Dörfern und Gehöften", bedürfen nach Comenius ohne Unterschied der gleichen Bildung;
- omnia: das Ganze soll gelehrt werden, doch geht es nicht um Alleswisserei, sondern um "Grundlagen, Ursachen und Zwecke", um das Verstehen von Sinnzusammenhängen, die exemplarisch und für die jeweilige Altersstufe elementarisiert werden sollen; und
- omnino: von Grund auf soll gelernt werden, selbsttätig, mit allen Sinnen, denn lebendige Anschauung und Erfahrung sind wichtiger, eindrücklicher als alles Lernen aus Büchern - die "Bildung des ganzen Menschen" ist das Ziel.